Wechselnde Prioritäten?

In Bezug auf meine Beobachtungen im nationalen Geschehen:

In letzter Zeit kommt immer wieder der Gedanke auf, dass auch in der Gegenwart Qualitätsmerkmale für den Tänzer Interesse und Freude bringen könnten.

 

Ich erinnere mich an eine Zeit in welcher man, auch in unteren Klassen, versuchte die „Zeit“ für BEWEGUNG zu dehnen. Möglichst lange für !!Schließen der Füße!! im Waltz zu benötigen. Einen umfassenden Drive zu generieren. Einen Slow Fox Feather Step möglichst lange zu bewegen. 

Ein Merkmal von Qualität, Verständnis und Musikalität. 

Natürlich wurden auch Bilder generiert. Dies an den Stellen wo sie hin gehörten.

 

Ich stelle immer wieder in Frage, ob einzig das Halten von Armen in einer Position, möglichst hoch und fixiert, die letzte Wahrheit darstellt. Inklusive dem möglichst durchgebogenen Rücken der Dame, welcher offensichtlich weit ausserhalb der eigenen Standfläche (bezogen auf dessen Gewicht) angesiedelt ist.  
Der Bewegungsfluss von einem Punkt zum nächsten Punkt im Raum oder auch am Platz (Linien Kombinationen) ist der interessante Part für die TänzerInnen. Oder besser gesagt, könnte der interessante Part sein. Die Verbindung zueinander in verschiedenen Ebenen usw. um hier nur wenige Merkmale aufzuzählen.

 

Wenn man in der Gegenwart eine Menge TänzerInnen beobachtet, die hauptsächlich im Foto-Modus arbeiten und Ihren Drive and Swing auf minimalem Raum ausführen - dafür aber im Oberkörperbereich simulierte Aktionen erzeugen die weder zu Musik noch zu gesetztem Bewegungsimpuls passen…. 

 

Gerade der Kontakt  (bezogen auf die jeweilige Person im Tanzpaar) und die Zusammenarbeit der verschiedenen Körperebenen ist ein interessanter Faktor für die Kreation von Bewegung.

Aber glücklicher Weise gibt es noch Tanzpaare, die entsprechend agieren und "tänzerisch erzogen" werden. Das sollte auch goutiert werden.

Es ist schade, dass Know How über solche Themen immer mehr verloren geht/verloren gegangen ist. 
Development muss geschehen, aber Grundlagen sollten trotzdem vermittelt und ausgeführt werden. Besonders in den unteren Klassen (D bis A) Klasse sehe ist dies eminent wichtig um die Grundlage für ein entsprechendes Niveau am internationalen Parkett  zu legen.

Anmerkung: Grundlagen sind bewegungstechnische Inhalte welche die Möglichkeit darstellen sollen Figurenmaterial, entsprechend bestimmter Vorgaben (z.b. Technikbücher, Bewertungskriterien)  ausführen zu können!! Tanzen ist u.a. geschmeidige und koordinierte BEWEGUNG zu Musik, welches individuell gestaltet und präsentiert wird. 

Ich habe zu diesem Thema auch in entsprechendem Umfeld im Lande Trainingsthematiken vorgeschlagen. Die Inhalte beziehen sich auf Faktoren, die grundsätzlich eine "Identität" erzeugen könnten. Mangels .............. und den Rest des Absatzes lasse ich dem Kopfkino über. 

Helmut Hanke 
Mehrfacher Staatsmeister, Vizestaatsmeister und
Finalist STANDARD, LATEIN und Kombination.
Weltrangliste Platz 7